Medienpädagogik und Projektarbeit

Medienpädagogik heißt für uns, produktionsorientiertes Handeln, Förderung der Kreativität in der Gruppe, Spaß am Prozess, Persönlichkeitsbildung und Erfolgserlebnisse, Präsentationen und natürlich die Vermittlung von Medienkompetenz.

Die medienpädagogische Videoseminararbeit hat einen bestimmten Ablauf, dessen Reihefolge nur schwer abzuändern ist. Themenfindung, Drehplanung, Dreharbeiten, Schnitt und Präsentation finden immer in einer chronologischen Abfolge statt. Je nach Konzeptionen können einige Teile jedoch überlappen.

Themenfindung

Die Themenfindung wird in der Regel auf zwei Ebenen durchgeführt. In der Vorplanung wird mit Kooperationspartnern ein Oberthema festgelegt. Mit den TeilnehmerInnen wird dieses Oberthema dann mit Hilfe unterschiedlichster methodischer Bausteine mit inhaltlichen Ideen gefüllt und eine Filmidee daraus entwickelt.

Drehplanung

Zur Durchführung der Drehplanung muss im Vorfeld der Dreharbeiten eine Einführung in die Filmsprache und -technik geschehen. Dabei erfolgte zum einen eine aktive Erklärung in die Kamera-, Licht und Tontechnik. Die Jugendlichen können dann je nach Interesse ihr erworbenes Wissen gleich anhand praktischer Übungen ausprobieren und über Rückmeldungen aus der Gruppe kontrollieren. Darüber hinaus erfolgt eine Erklärung der filmischen Gestaltungstechniken. Psychologische und filmische Wirkungen von Einstellungsgrößen, Perspektiven, Kamerabewegungen und Blickwinkel werden unter Einbezug des jugendlichen Rezeptionswissens erläutert.

Die Drehplanung beinhaltet des Weiteren die planerische Umsetzung der Themenfindung. Ein wesentlicher planerischer Gesichtspunkt ist die Erstellung eines Treatments, in dem der Film inhaltlich Satz für Satz mit Regieanweisungen vorweggenommen wird. Zudem werden die Rollen, Aufgaben und Drehorte festgelegt.

Dreharbeiten

Bei den Dreharbeiten wird die Drehplanung umgesetzt. Es gilt: Je besser die Drehplanung, desto einfacher die Dreharbeiten.
Trotzdem kann es zu ungeplanten Situationen kommen (schlechtes Wetter, Krankheit, technische Defekte). Dann ist „Plan B“ gefragt, das Improvisationsvermögen, das erfahrende MedienpädagogInnen auszeichnet.

Schnitt

Nach Abschluss der Dreharbeiten erfolgt die filmische Montage. Nach einer Einführung in die digitalen Möglichkeiten der Bild- bzw. Filmbearbeitung werden die Aufgaben neu verteilt. Während ein Teil der Gruppe individuelle Coverentwürfe entwickelt, digitalisieren die anderen das Material in den Schnittcomputer ein und beginnen mit den Schnittarbeiten. Durch abwechselnde Gruppenarbeiten können alle Jugendlichen ihren spezifischen Interessen nachkommen und der Film wird nach und nach montiert. Mehrmals wird dann der Film von allen gesichtet. Nach und nach werden die letzten Kleinigkeiten verbessert, bis alle mit dem eigenen Produkt zufrieden sind. Gemeinsam wird eine Master-DVD erstellt.

Präsentation

Im Optimalfall gibt es noch eine Präsentation für Freunde und Familie. Diese findet meistens aus koordinatorischen Gründen im zeitlichen Abstand zum Projekt statt.